Reiseblog 72 Stunden an der Paradise Coast
Reiseblog 72 Stunden an der Paradise Coast
Unser go2travel Reiseblog: Von Olivia B. / Lesedauer: 5min
Florida? Für viele bedeutet das Miami, Orlando oder Themenparks. Doch im Südwesten des Sunshine States wartet eine ganz andere Seite: Florida’s Paradise Coast. Hier treffen entspannter Luxus, unberührte Natur und kulinarische Highlights aufeinander. Die Region rund um Naples, Marco Island und den Everglades ist überraschend vielseitig und genau das macht sie so spannend. Über 80 Prozent der Fläche stehen unter Naturschutz, gleichzeitig locken Boutique-Shopping, traumhafte Strände und eine Food-Szene, die definitiv mehr kann als nur Burger und Pommes.

Nach der Ankunft am Flughafen Fort Myers geht es mit dem Mietwagen direkt nach Naples. Die Fahrt dauert gerade mal eine Stunde. Im Inn on 5th, mitten im Herzen von Downtown Naples angekommen, checke ich kurz ein, werfe meinen Koffer ins Zimmer und mache mich dann direkt schon wieder auf den Weg nach draussen.
Boutique-City Life auf der 5th Avenue South

Ich starte meinen ersten Nachmittag ganz entspannt mit einem Spaziergang durch Downtown Naples. Genauer gesagt: entlang der berühmten 5th Avenue South & 3rd Street. Palmen, kleine Boutiquen, Kunstgalerien, Cafés und Restaurants reihen sich hier wie eine Perlenkette aneinander. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus Beverly Hills und einer mediterranen Küstenstadt. Natürlich kann ich nicht widerstehen: ein kurzer Abstecher in die Shops gehört einfach dazu. Leichte Sommerkleider, Accessoires, Souvenirs, genau mein Ding. Alles wirkt hochwertig, aber gleichzeitig angenehm locker.
Seafood Heaven
Die Shoppingtour macht hungrig und als Seafood-Liebhaberin weiss ich genau, was ich jetzt zur Stärkung brauche. Ich setze mich in Keewaydin’s mitten an der 5th Avenue, bestelle mir ein Glas Weisswein und einen Seafood-Platter. So muss ich mich nicht zwischen Stone Crab Claws, Shrimps und Lobster entscheiden. 😉
Die Region gilt übrigens als eine der wichtigsten für Steinkrabben in den USA – frisch, nachhaltig und unglaublich lecker. Ich lehne mich zurück, beobachte das bunte Treiben auf der Strasse und denke mir: So könnte jeder Nachmittag sein.
Am Abend zieht es mich noch kurz ans Wasser. Ich spaziere dem kilometerlangen Sandstrand entlang, die Luft ist warm und das Licht wird langsam golden. Pelikane gleiten über das Wasser, während die Sonne langsam im Meer versinkt. Ein perfekter, fast schon kitschiger Abschluss meines ersten Tages.
Der frühe Vogel fängt den Wurm

Ich wache früh auf. Sehr früh. Denn der Jetlag lässt grüssen. Noch bevor die Stadt richtig erwacht, ziehe ich los Richtung Strand. Die Luft ist (noch) angenehm kühl und ausser ein paar Joggern und Early Birds ist kaum jemand unterwegs. Ich spaziere barfuss durch den Sand, hole mir an der Promenade einen Kaffee und geniesse diesen Moment der Ruhe. Naples zeigt sich am Morgen von einer ganz anderen Seite, fast schon meditativ.
Marco Island: Das Familienparadies
Nach dem Frühstück im Hotel schnappe ich mir meinen Mietwagen und mache mich auf den Weg nach Marco Island. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten und führt mich entlang von Wasserkanälen, Palmen und typisch floridianischer Landschaft.

Marco Island ist die grösste der sogenannten Ten Thousand Islands und eine klassische Barriereinsel vor der Südwestküste Floridas. Mit einer Länge von rund 10 Kilometern bietet sie genau das, was man sich unter einem perfekten Florida-Strand vorstellt: puderweissen Sand und türkisfarbenes Wasser. Besonders angenehm, gerade auch für Familien, sind die flach abfallenden Strände. Das Wasser bleibt lange seicht und ruhig, was das Baden entspannt und sicher macht. Gleichzeitig ist die Insel deutlich ruhiger als viele andere Stranddestinationen in Florida. Keine Hektik, dafür viel Natur, gepflegte Resorts und ein entspanntes, fast schon exklusives Feriengefühl. Mein Ziel ist der South Marco Beach. Ich geniesse mein erstes Bad im Meer, die Sonne und sammle nebenbei ein paar Muscheln.
Bootstour durch die Ten Thousand Islands

Am Nachmittag wird es abenteuerlich. Ich habe eine Bootstour gebucht, denn ich habe mir sagen lassen, dass man die Paradise Coast Florida’s am besten vom Wasser aus entdeckt. Von Marco Island aus geht es mit dem Boot hinein in die faszinierende Welt der Ten Thousand Islands. Ein Labyrinth aus Mangroven, kleinen Inseln und versteckten Wasserwegen. Wir gleiten leise durch schmale Kanäle, vorbei an dichter Vegetation und plötzlich tauchen sie auf: Delfine. Direkt neben dem Boot.

Bevor es zurück geht, steuern wir noch Keewaydin Island an. Eine kleine Insel, die nur per Boot erreichbar und komplett naturbelassen ist. Keine Hotels, keine Restaurants, nur Sand, Wasser und Ruhe. Herrlich. Zurück im Hafen von Marco Island endet die Tour, mein Tag ist aber noch lange nicht vorbei.
Denn auf dem Rückweg nach Naples lege ich einen letzten Stopp ein. Diesmal nicht auf, sondern direkt am Wasser. Das Dock at Crayon Cove Restaurant hat einen eigenen Bootsanleger, wie man sie hier an der Paradise Coast in Florida ganz häufig findet. Dieses Konzept nennt sich „Dock & Dine“: Man kommt mit dem Boot, legt direkt am Restaurant-Steg an und geniesst Seafood-Spezialitäten mit Blick aufs Wasser. Ich bestelle fangfrische Shrimps, dazu einen kühlen Drink und lasse den Tag nochmals gemütlich Revue passieren. Zurück im Hotel falle ich müde, aber glücklich ins Bett.
See you later, alligator!

Mein letzter Morgen beginnt, wenig überraschend, wieder früh. Ich checke aus dem Inn on 5th aus, denn heute Abend übernachte ich in Key Largo. Auf dem Weg in den Süden besuche ich aber noch ein weiteres Highlight der Paradise Coast: Die Everglades.
Die Everglades sind das grösste subtropische Wildnisgebiet der USA und gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Was viele nicht wissen: Die Everglades sind kein klassischer Sumpf, sondern ein langsam fliessender Fluss, oft nur wenige Zentimeter tief, aber mehrere Kilometer breit.

Ich entscheide mich für eine klassische Airboat-Tour ab Everglades City. Touristisch? Ja. Aber definitiv ein MUSS. Wir gleiten ganz schön schnell über das Wasser, doch dann stoppt der Guide das Boot und für einen Moment hört man nur Vögel und das Plätschern des Wassers. Plötzlich zeigt er nach rechts: ein Alligator. Regungslos, perfekt getarnt. Was für ein Erlebnis. Ich bin froh, dass ich im Boot und nicht in einem Kayak sitze.
Nach der Tour nehme ich mir noch etwas Zeit, um die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Kleine Boardwalks führen durch die Landschaft, bieten Ausblicke auf Wasserflächen und Mangroven. Hier wird mir nochmals so richtig bewusst, wie einzigartig dieses Ökosystem ist und wie wichtig es ist, es zu schützen.
Kurzer Stopp am Ende der Welt
Bevor ich die Everglades in Richtung Keys verlasse, stoppe ich noch kurz in Chokoloskee. Die kleine Insel ist durch eine kurze Brücke mit Everglades City verbunden. Mein erster Gedanke: So muss sich das Ende der Welt anfühlen.
Chokoloskee hat eine überraschend bewegte Geschichte: Früher war die Insel ein abgelegener Aussenposten für Fischer, Händler und Abenteurer. Im historischen Smallwood Store aus dem Jahr 1906 wurde alles gehandelt, was man zum Überleben in dieser wilden Region brauchte. Geschichten über Schmuggler, Plume Hunters und zwielichtige Figuren gehören hier fast schon zum Alltag – und verleihen dem Ort bis heute eine leicht mystische Atmosphäre.

Ich setze mich ins HavAnnA Café of the Everglades. Ein kleines, unscheinbares Restaurant mit umso grösserem Charme. Auf der Karte: kubanische Klassiker, frischer Fisch und genau die Art von ehrlicher Küche, die man sich an so einem Ort wünscht. Ich liebe es Orte zu entdecken, die viele einfach übersehen würden.
Mein Fazit zu Naples, Marco Island und den Everglades
Innerhalb von nur drei Tagen habe ich eine Seite Floridas kennengelernt, die so gar nicht dem typischen Klischee entspricht: entspannt statt hektisch, stilvoll statt laut und überraschend naturverbunden. Zwischen Boutique-Shopping in Naples, einsamen Inseln rund um Marco Island und der wilden, fast mystischen Atmosphäre der Everglades entsteht eine Mischung, die ihresgleichen sucht auf dieser Welt. Ich bin mir deshalb sicher: hier war ich nicht zum letzten Mal.
Weitere Informationen und Reisevorschläge für Florida finden Sie hier.
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