ab Dallas
bis Memphis
13 Tage
/ 12 Nächte
Mietwagenrundreise
Meinen ersten Tag in Oklahoma City beginne ich an einem Ort, der untrennbar mit der jüngeren Geschichte der Stadt verbunden ist: dem Oklahoma City National Memorial & Museum.

Am 19. April 1995 explodierte vor dem Alfred P. Murrah Federal Building eine Bombe. 168 Menschen verloren bei dem Anschlag ihr Leben, Hunderte weitere wurden verletzt. Wo früher das Gebäude stand, befindet sich heute eine eindrückliche Gedenkstätte. Schon beim Betreten wird es ruhig. 168 leere Stühle erinnern an die Menschen, die an diesem Morgen ihr Leben verloren haben. Im Museum erzählen persönliche Gegenstände, Originalaufnahmen und Berichte von Überlebenden nicht nur vom Anschlag selbst, sondern auch davon, wie eine ganze Stadt danach zusammengerückt ist. Besonders beeindruckt mich der Survivor Tree. Die über 100 Jahre alte Ulme stand nur wenige Meter vom Gebäude entfernt und wurde durch die Explosion schwer beschädigt. Niemand rechnete damit, dass sie überleben würde. Doch im folgenden Jahr begann sie wieder auszutreiben. Heute steht sie mitten auf dem Gelände und gilt als Symbol für Hoffnung, Widerstandskraft und Zusammenhalt.
Kein einfacher Start in einen Städtetrip, aber für mich ein wichtiger. Denn, wer Oklahoma City verstehen möchte, kommt an diesem Kapitel der Geschichte nicht vorbei.
Nach diesem eindrücklichen und emotionalen Start ist mir nach einem kleinen Szenenwechsel zumute. Und den bekomme ich nur wenige Fahrminuten später. Denn kaum irgendwo wird das Bild, das viele von Oklahoma im Kopf haben, so lebendig wie im National Cowboy & Western Heritage Museum.

Das Museum ist riesig und zählt zu den bedeutendsten Einrichtungen weltweit, wenn es um Kunst, Geschichte und Kultur des amerikanischen Westens geht. Gemälde und Skulpturen erzählen von Cowboys, Native Americans, Rodeos und der Besiedlung des Westens. Schnell wird klar, dass hinter den romantisierten Westernfilmen eine wesentlich komplexere Geschichte steckt.
Mein persönliches Highlight ist allerdings die museumseigene Prosperity Junction. Plötzlich stehe ich mitten in einer Westernstadt um 1900. Ich laufe über staubige Strassen, werfe einen Blick in die Schmiede, entdecke eine Kirche und lande – natürlich – irgendwann im Saloon. Licht- und Soundeffekte machen die lebensgrosse Nachbildung erstaunlich realistisch. Fehlt eigentlich nur noch John Wayne, der durch die Tür kommt. Bevor ich weiterfahre, lege ich draussen noch einen kurzen Fotostopp beim riesigen Kickin’ 66 Boot ein. Schliesslich braucht jeder gute USA-Roadtrip diverse Selfies vor völlig überdimensionierten Sehenswürdigkeiten.
Nach so viel Cowboy-Geschichte möchte ich wissen, wie viel davon heute eigentlich noch übrig ist. Die Antwort finde ich nur wenige Fahrminuten später in Stockyards City.

Das historische Viertel entstand ab 1910 rund um die Oklahoma National Stockyards und fühlt sich teilweise tatsächlich noch immer wie eine Western-Filmkulisse an. Backsteinfassaden, hölzerne Gehwege und Westernläden prägen die Strassen. Und hier geht es keineswegs nur um Nostalgie: Die Oklahoma National Stockyards sind bis heute ein bedeutender Viehhandelsplatz. Montags und dienstags finden weiterhin öffentliche Rinderauktionen statt, bei denen jährlich Hunderttausende Tiere gehandelt werden. Cowboy-Kultur ist in Oklahoma eben nicht nur Geschichte.
Nach so viel Wildwest-Feeling meldet sich langsam der Hunger. Praktischerweise muss ich für meinen Lunch nicht mal weit gehen.
Mitten in Stockyards City wartet eine echte Institution: das Cattlemen’s Steakhouse.
Das Restaurant gibt es seit 1910 und gilt als ältestes und eines der traditionsreichsten Lokale Oklahoma Citys.
Doch die beste Geschichte stammt aus dem Jahr 1945. Der damalige Besitzer soll das Steakhouse bei einem Würfelspiel eingesetzt – und verloren haben. Ja, richtig gelesen: das ganze Restaurant. Der Gewinner übernahm Cattlemen’s und führte es weiter. Seither gingen hier unter anderem John Wayne, Country-Star Reba McEntire und verschiedene US-Präsidenten ein und aus. Eine echte Institution also. Ich entscheide mich natürlich für das Presidential Choice T-Bone-Steak. Zugegeben, kein ganz leichter Lunch – aber wenn ich schon einmal in Stockyards City bin, mache ich keine halben Sachen. 😉
Gut gestärkt schlendere ich danach noch etwas durch die Western Stores und stelle schnell fest: Wer einen Cowboyhut oder ein Paar Boots braucht, wird hier garantiert fündig. Bei Shorty’s Caboy Hattery werden Hüte sogar individuell angefertigt und angepasst. Hmm, ob ein Stetson wohl in meinen Koffer passt? Das lasse ich mal so stehen…
Zum Abschluss gönne ich mir bei McClintock’s noch ein kühles Bier und lasse die Atmosphäre des Viertels auf mich wirken. Nach dem Museumsbesuch am Vormittag fühlt sich Stockyards City fast wie die Fortsetzung der Ausstellung an – nur eben im echten Leben.

Danach wird es Zeit für ein komplett anderes Kapitel amerikanischer Geschichte. Eines, das wohl jeder Roadtrip-Fan kennt. Denn die legendäre Route 66 führt mitten durch Oklahoma City. Insgesamt durchquert die «Mother Road» acht US-Bundesstaaten auf ihrem Weg von Chicago nach Santa Monica und Oklahoma gehört zu den Staaten, in denen ihr Erbe bis heute besonders präsent ist.
Ich schnappe mir mein Auto und cruise ein Stück auf der historischen Strecke durch die Stadt. Mein erster Fotostopp: das Tower Theatre an der 23rd Street. Das Kino wurde bereits 1937 eröffnet und seine markante Neonreklame erinnert bis heute an die goldene Ära der amerikanischen Roadtrips. Filme laufen hier inzwischen zwar nicht mehr, dafür ist das historische Gebäude eine beliebte Konzertlocation.

Ein paar Minuten später folgt mein nächster Stopp – und der könnte amerikanischer kaum sein: das Milk Bottle Grocery. Auf dem Dach des kleinen Backsteingebäudes thront eine riesige Milchflasche aus Metall. Warum? Ganz einfach: Auffallen um jeden Preis! Solche skurrilen Gebäude gehörten zur klassischen Roadside Architecture entlang der Route 66 und sollten Autofahrer dazu bringen, spontan auf die Bremse zu treten. Mission erfüllt. Fast 100 Jahre später halte auch ich an. 😉
Am späteren Nachmittag verabschiede ich mich von Cowboys und der Route 66 und fahre zurück Richtung Downtown. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel zieht es mich am Abend nach Bricktown – und damit in eine komplett andere Ecke Oklahoma Citys.
Das ehemalige Lagerhausviertel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der beliebtesten Entertainment-Districts der Stadt entwickelt. Historische Backsteingebäude beherbergen heute Restaurants, Bars und Unterhaltungslocations, während sich mittendrin der Bricktown Canal durch das Viertel schlängelt.

Besonders schön wird es nach Einbruch der Dunkelheit. Dann spiegeln sich die Lichter der Restaurants im Wasser und rund um den Kanal erwacht das Viertel zum Leben. Klar, mit dem berühmten River Walk in San Antonio kann Bricktown grössenmässig nicht ganz mithalten – aber genau diese etwas überschaubarere Atmosphäre gefällt mir.
Ich schlendere gemütlich am Wasser entlang, beobachte die kleinen Wassertaxis und suche mir anschliessend einen passenden Ort fürs Abendessen.
Und wo könnte mein erster Tag in Oklahoma passender enden als im Toby Keith’s I Love This Bar & Grill?
Das Restaurant trägt den Namen des 2024 verstorbenen Country-Stars Toby Keith, der selbst aus Oklahoma stammte und seiner Heimat zeitlebens eng verbunden blieb. Entsprechend amerikanisch geht es hier zu: Country Music, grosse Portionen, BBQ, Burger und jede Menge Oklahoma-Stolz. Nach dem üppigen T-Bone zum Mittag also genau das richtige…😉
Mit einem Bier in der Hand stosse ich auf den heutigen ersten Tag an: Route 66, Cowboys, Westernläden und ein Steakhouse, das bei einem Würfelspiel den Besitzer wechselte. Oklahoma hat heute ziemlich genau die Klischees erfüllt, mit denen ich angereist bin. Und das ist durchaus positiv gemeint.
Nach meinem gestrigen Ausflug in die Welt der Cowboys und Route 66 bin ich heute gespannt auf die andere Seite Oklahoma Citys. Denn, wer glaubt, die Hauptstadt Oklahomas hat nur Western-Nostalgie, Steakhäuser und Country zu bieten, dürfte ziemlich überrascht werden.
Ich starte den Tag gemütlich in der Harvey Bakery & Kitchen. Frisches Brot, Pastries und herzhafte Frühstücksgerichte kommen hier direkt aus der offenen Backstube. Ein echter Geheimtipp.
Nach der Stärkung führt mich mein Weg erstmal nach Bricktown zurück. Am Morgen geht es hier deutlich ruhiger zu und her und nach nur wenigen Minuten stehe ich vor einem der eindrücklichsten Kunstwerke der Stadt: dem Oklahoma Land Run Monument.

Und die Geschichte dahinter ist wiederum ziemlich verrückt. Am 22. April 1889 fiel um Punkt zwölf Uhr mittags der Startschuss für den sogenannten Land Run. Tausende Siedler warteten an der Grenze zu den zuvor nicht zugewiesenen Gebieten, um sich ein Stück Land zu sichern. Innerhalb weniger Stunden strömten rund 10’000 Menschen in das Gebiet des heutigen Oklahoma City – mit Pferden, Planwagen und allem, was sie für einen Neuanfang benötigten. So entstand praktisch über Nacht eine neue Stadt.
Doch die Geschichte Oklahomas beginnt natürlich nicht mit dem Land Run. Und genau deshalb führt mich mein zweiter Stopp am heutigen Morgen ins First Americans Museum. Der Übergang könnte kaum passender sein.
Nachdem ich eben noch die Geschichte der Siedler gehört habe, geht es hier um jene Menschen, deren Geschichte mit diesem Land wesentlich weiter zurückreicht. Oklahoma ist heute Heimat von 39 indigenen Nationen und das Museum gibt ihnen selbst die Bühne, ihre Geschichte, Kultur und Gegenwart zu erzählen.

Schon das Gebäude ist beeindruckend. Seine Architektur greift indigene Symbolik auf und wurde bewusst so ausgerichtet, dass Natur, Himmel und Landschaft Teil des Erlebnisses werden. Im Innern geht es dann weit über historische Artefakte hinaus. Ich erfahre mehr über Traditionen und Sprachen, aber auch über Vertreibung, erzwungene Umsiedlungen und die Frage, wie indigene Kulturen ihre Identität bis heute bewahren und weiterentwickeln. Was mir besonders gefällt: Die First Americans werden hier nicht als Teil einer abgeschlossenen Vergangenheit präsentiert. Es geht genauso um zeitgenössische Kunst, Musik, Familien, Gemeinschaften und das heutige Leben.
Nach meinem Besuch sehe ich einiges von dem, was ich am Morgen über die Entstehung Oklahoma Citys erfahren habe, nochmals aus einem anderen Blickwinkel. Und genau deshalb finde ich die Kombination dieser beiden Stopps so spannend.
Fürs Mittagessen muss ich erneut nicht weit gehen. Im Museum befindet sich das Thirty Nine Restaurant, dessen Küche von den 39 First American Nations Oklahomas inspiriert ist. Und wenn ich schon hier bin, möchte ich natürlich auch kulinarisch etwas Neues kennenlernen. Auf der Karte stehen Gerichte und Zutaten, die in der indigenen Küche seit Generationen eine Rolle spielen. Beispielsweise Hominy Stew, Kaninchen oder die sogenannten Three Sisters – Mais, Bohnen und Kürbis. Die drei Pflanzen wurden traditionell gemeinsam angebaut, weil sie sich gegenseitig unterstützen: Der Mais bietet den Bohnen eine Rankhilfe, die Bohnen versorgen den Boden mit Stickstoff und die grossen Kürbisblätter schützen ihn vor dem Austrocknen. Eine kleine Geschichts- und Gartenlektion zum Mittagessen.😉

Nach so viel Geschichte brauche ich am Nachmittag etwas Bewegung. Und jetzt wird Oklahoma City endgültig überraschend. Nur wenige Minuten vom First Americans Museum entfernt liegt Riversport OKC. Auf dem Gelände des Boathouse Districts kann man rudern, Kajak fahren, klettern, einen rund 24 Meter hohen Sky Trail bezwingen oder sich in ein Raftingboot setzen. Moment mal. Wildwasserrafting? Mitten in Oklahoma City?
Auf einem künstlich angelegten Wildwasserkanal rausche ich wenig später mit Helm und Schwimmweste durch Stromschnellen. Das Wasser spritzt ins Boot, unser Guide ruft Kommandos und spätestens nach der ersten grösseren Welle ist von meinem gemütlichen Museumsmodus am Vormittag nicht mehr viel übrig. Das Verrückte daran: Wir befinden uns nicht irgendwo in den Bergen, sondern praktisch mitten in der Stadt.
Zurück im Hotel gönne ich mir erst einmal eine Dusche und eine kleine Pause. Am Abend wartet nämlich nochmals ein kompletter Szenenwechsel.

Mein Ziel ist der Paseo Arts District. Schon bei der Ankunft frage ich mich kurz, ob ich noch in Oklahoma bin. Statt Westernfassaden prägen farbenfrohe Gebäude im Spanish-Revival-Stil das Viertel. Kleine Galerien, Ateliers, Boutiquen, Bars und Restaurants verteilen sich entlang der Strassen, und an vielen Ecken begegnet mir lokale Kunst. Der Paseo entstand bereits in den 1920er-Jahren und entwickelte sich später zum Zentrum der lokalen Kunstszene. Heute ist das Viertel einer dieser Orte, an denen man am besten ohne grossen Plan herumspaziert.
Zum Abendessen lande ich im FRIDA Southwest und schon das Interieur macht klar, dass hier niemand versucht, ein klassisches Steakhouse zu sein. Die Küche verbindet Einflüsse aus dem amerikanischen Südwesten mit mexikanischen und modernen Elementen. Nach dem Steak vom Vorabend kommt mir etwas Abwechslung durchaus gelegen und ist der perfekte Abschluss meines zweiten Tages. Morgen wird der Radius nochmals etwas grösser: Ich schnappe mir meinen Mietwagen und fahre Richtung Süden.
Nach zwei intensiven Tagen in Oklahoma City wird es heute Zeit für einen kleinen Roadtrip. Mein Ziel ist Sulphur, rund eineinhalb Stunden von Oklahoma City entfernt und mitten im sogenannten Chickasaw Country gelegen. Schon unterwegs verändert sich die Landschaft. Die Stadt verschwindet im Rückspiegel, die Strassen werden ruhiger und statt Grossstadttrubel begleiten mich Wälder, Felder und kleine Ortschaften. Gestern habe ich im First Americans Museum bereits einiges über die 39 First American Nations erfahren, die heute in Oklahoma beheimatet sind. Heute habe ich die Möglichkeit, eine davon noch etwas genauer kennenlernen: die Chickasaw Nation.
Mein erster Halt ist das Chickasaw Cultural Center in Sulphur. Und schon beim Ankommen merke ich: Für diesen Ort sollte man genügend Zeit einplanen.

Das weitläufige Gelände ist nicht einfach ein klassisches Museum, sondern ein kulturelles Zentrum, das Geschichte, Gegenwart und Tradition der Chickasaw miteinander verbindet. Im Chikasha Poya Exhibit Center erfahre ich zunächst mehr über die Geschichte des Volkes und darüber, wie die Chickasaw ihre Heimat im Südosten der heutigen USA verlassen mussten und schliesslich im heutigen Oklahoma eine neue Heimat fanden.

Besonders spannend finde ich aber, dass hier nicht nur zurückgeblickt wird. Sprache, Kunst, Musik und Traditionen werden bis heute gelebt und weitergegeben. Genau dieser Gedanke begleitet mich anschliessend ins Chikasha Inchokka’ Traditional Village. Über eine lange Brücke gelange ich in die Rekonstruktion eines Chickasaw-Dorfes aus dem 18. Jahrhundert. Council House, Sommer- und Winterhäuser und ein traditioneller Kornspeicher zeigen, wie das Leben einst organisiert war. Je nach Tagesprogramm kann man Kunsthandwerk, Storytelling oder Kochvorführungen erleben. Besonders eindrücklich sind die traditionellen Stomp Dances, die hier regelmässig demonstriert werden.
Bevor ich weiterziehe, mache ich im Aaimpa’ Café Halt. Und natürlich nutze ich die Gelegenheit, auch kulinarisch noch etwas tiefer in die Chickasaw-Kultur einzutauchen.
Auf der Karte stehen heute sowohl moderne als auch traditionell inspirierte Gerichte – beispielsweise Buffalo Chili, Buffalo Burger oder das Chickasaw Special.

Nach dem Mittagessen brauche ich etwas Bewegung und dafür muss ich nur gerade 10 Minuten weiterfahren. Denn direkt bei Sulphur liegt die Chickasaw National Recreation Area, eine der landschaftlich schönsten Ecken im Süden Oklahomas. Wälder, klare Quellen, Bäche und Seen bestimmen hier plötzlich das Bild. Ich entscheide mich für eine kurze Wanderung und folge einem der Wege durch den Wald. Immer wieder höre ich Wasser plätschern, entdecke kleine Quellen und halte zwischendurch einfach kurz inne. Und wieder erwische ich Oklahoma dabei, eines meiner Klischees zu widerlegen. Endlose flache Prärie? Offenbar nur ein Teil der Geschichte.
Auf dem Weg zurück nach Oklahoma City wartet noch ein weiterer sehr wichtiger Programmpunkt auf mich: Ein Besuch des Arbuckle Fried Pie Shops.
Fried Pies sind kleine gefüllte Teigtaschen, die frittiert statt gebacken werden und im Süden der USA eine lange Tradition haben. Gefüllt werden sie mit allem, was gut schmeckt – von Apfel und Pfirsich über «Chriesi» bis zu Schokolade. Mehr als 20 Sorten stehen zur Auswahl. Nach der Key-Lime-Pie-Challenge auf den Florida Keys wartet also bereits die nächste wichtige Rechercheaufgabe auf mich. Was man nicht alles tut für einen guten Reiseblog. 😉
Ich entscheide mich für die Aprikosenvariante (better be safe than sorry), die hier als einer der Klassiker gilt. Aussen warm und knusprig, innen fruchtig-süss. Und sagen wir es so: Die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein zweiter Fried Pie mit ins Auto kommt und ich das Abendessen sausen lasse, ist ziemlich hoch.
Mit leicht klebrigen Fingern und ziemlich vielen neuen Eindrücken geht es zurück in die Stadt. Während die Landschaft am Fenster vorbeizieht, lasse ich die vergangenen drei Tage nochmals Revue passieren. Cowboys und Route 66, indigene Geschichte und moderne Kunst, Wildwasser mitten in der Stadt und heute die Kultur der Chickasaw Nation sowie überraschend viel Natur. Genau diese Gegensätze hatte ich von Oklahoma City nicht erwartet. Und vielleicht ist genau das das grösste Kompliment, das man einer Stadt machen kann: Sie hat mich überrascht.
Ich verlasse Oklahoma City morgen in Richtung Tulsa mit der Erkenntnis, dass sich gerade die Orte besonders lohnen, von denen man vor der Reise noch nicht genau weiss, was einen erwartet und bin gespannt auf alles, was Oklahoma sonst noch so zu bieten hat.
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