Reiseblog 72 Stunden in den Outer Banks

Reiseblog 72 Stunden in den Outer Banks

Unser go2travel Reiseblog: Von Robin E. / Lesedauer: 3min

Die Outer Banks (kurz: OBX) sind ein über 300 Kilometer langer Inselstreifen vor der Küste North Carolinas – wild, ursprünglich und voller Geschichte. Zwischen weiten Dünenlandschaften, charmanten Fischerdörfern und legendären Leuchttürmen erlebt man hier die Ostküste der USA von ihrer ganz besonderen Seite.

Wir, das sind Robin und Jeanine, sind aktuell auf einer dreiwöchigen Mietwagenrundreise entlang der US-Ostküste und haben uns ganz bewusst 72 Stunden Zeit genommen, um die Outer Banks zu entdecken.

Schon früh am Morgen überqueren wir die Wright Memorial Bridge, die offizielle Einfahrt auf die Barriere Inseln, und merken sofort: Hier ticken die Uhren anders. Statt Autobahnen und Fast-Food-Ketten begleiten uns nun Dünen, Stelzen-Häuser und die frische, salzige Brise des Atlantiks. Die Strassen werden schmaler, das Tempo entspannter, und auch wir schalten langsam auf Inselmodus um.

Unser erster Stopp ist das Sanderling Resort in Duck, direkt am Meer gelegen mit Spa, Pool, gemütlicher Veranda und einem ausgezeichneten Restaurant. Zum Einchecken ist es noch zu früh, aber wir dürfen schon mal unsere Koffer deponieren … das Abenteuer Outer Banks kann beginnen.

Wildpferde am Strand

Nur 30 Minuten nördlich von Duck liegt Corolla, der Ausgangspunkt für ein ganz besonderes Highlight: Eine Offroad Tour durch das Currituck National Wildlife Refuge. Wir lassen für die sandigen Küstenpisten etwas Luft aus den Pneus, schalten in den 4×4-Modus und schon nach wenigen Metern im Sand tauchen sie vor uns auf: die legendären Wildpferde der Outer Banks. Diese Mustangs gelten als direkte Nachfahren spanischer Kolonialpferde, die im 16. Jahrhundert hier gestrandet sind. Heute leben sie völlig frei in den Dünen und am Strand. Ein magischer Anblick, besonders in den ruhigen Morgenstunden.

Tipp: Wer kein eigenes Allradfahrzeug hat oder sich die Fahrt über die Sandpiste nicht zutraut (ein bisschen Offroad-Erfahrung ist zwingend nötig), kann auch an einer geführten Wild Horse Tour teilnehmen. Zudem solltest du vorher unbedingt prüfen, ob deine Mietwagenfirma ggf. Restriktionen hat. Wir wollen ja nicht Schuld sein, wenn du stecken bleibst, gell ;-)

Die höchsten Sanddünen der US-Ostküste

Nach einer kleinen Mittagspause zurück in Duck (Tipp: Treehouse Coffee für Iced Latte & Biscuit) fahren wir weiter Richtung Süden. Unser Ziel: Der Jockey’s Ridge State Park  in Nags Head. Hier erwartet uns die höchste Sanddüne der US-Ostküste. Ein echtes Naturwunder, das sich ständig verändert, je nachdem wie der Wind den Sand gerade verschiebt. Wir wandern barfuss (und schwer atmend) über die Dünen, die bis zu 30 Meter hoch werden können und geniessen den Ausblick auf den Atlantik auf der einen und den Pamlico Sound auf der anderen Seite. By the way, hier könnte man auch super Hanggliden.

Danach lassen wir den Tag bei einem saftigen Steak im JK’s Restaurant in Kill Devils Hill ausklingen – ein echter Geheimtipp, wenn’s mal etwas anderes als Seafood sein darf. Im Anschluss checken wir wohl als letzte Gäste des Tages im wunderschönen Sanderling Resort ein. Unsere Koffer sind bereits auf dem Zimmer und ein Bonfire im wunderschönen Hotel-Garten lädt noch ein bisschen zum Verweilen und Wein trinken ein. Wer uns kennt, weiss, das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

Erster Flug der Welt

Unser zweiter Tag beginnt mit einem persönlichen Highlight: dem Besuch des Wright Brothers National Memorial in Kill Devil Hills. Genau hier hoben Orville und Wilbur Wright 1903 zu ihrem ersten Motorflug ab und veränderten damit die Welt.

Im Besucherzentrum findet man eine interaktive Ausstellung, diverse Flugzeugmodelle und spannende Fakten über die ersten Flug-Versuche. Draussen spazieren wir zum 20 Meter hohen Granitdenkmal auf dem Hügel, von dem aus man einen fantastischen Blick über das ganze Areal hat. Die markierten Flugrouten im Rasen zeigen, wie kurz die ersten Flugversuche wirklich waren. Der erste Flug dauerte nämlich gerade einmal 12 Sekunden – heute ein Katzensprung, damals ein Meilenstein für die Luftfahrtgeschichte!

Südstaaten-Magie & Leuchttürme

Im Anschluss fahren wir von Kill Devil Hills ins 30 Minuten entfernte, idyllische Manteo auf Roanoke Island. Das verschlafene Städtchen wirkt fast wie aus einem Südstaatenfilm: rote Backsteinfassaden, schattige Veranden, kleine Galerien und ein malerischer Hafen. Wir bummeln einwenig durch die Gassen und gönnen uns ein kleines Mittagessen im Mulligan’s Grille mit fangfrischem Fisch und freundlichem Service. Übrigens: Wer etwas länger Zeit hat, kann von hier aus tolle Delfin-Touren unternehmen. Natürlich besonders schön bei Sonnenuntergang.

Zurück auf dem Highway 12, folgen wir der einzigen Strasse, die sich wie ein roter Faden durch die Outer Banks zieht – immer dem Wind und Horizont entgegen. Unser erster Halt: das fotogene Bodie Island Lighthouse mit seiner charakteristischen schwarz-weiss-gestreiften Fassade. Früher konnte man die 214 Stufen des Leuchtturms noch erklimmen. Aufgrund eines Feuers ist der Aufstieg im Moment jedoch verboten. Schade, denn der Ausblick über das Marschland muss spektakulär gewesen sein. So entdecken wir das Gelände halt «nur» auf dem schön angelegten Boardwalk, der uns nicht nur zum Leuchtturm, sondern auch zum Wärterhäuschen und den schönsten Fotospots führt.

Weiter geht’s durch das Cape Hatteras National Seashore, einem geschützten Küstenabschnitt mit Dünen, Pinienwäldern und menschenleeren Stränden. Kurz vor dem Ort Hatteras machen wir einen letzten Halt beim Cape Hatteras Lighthouse, dem höchsten Backsteinleuchtturm Nordamerikas. Kleiner Funfact: Der Turm musste 1999 wegen Küstenerosion 870 Meter landeinwärts verschoben werden – eine logistische Meisterleistung!

Auf zur Pirateninsel

Am späteren Nachmittag erreichen wir dann den Hafen von Hatteras, wo wir die kostenlose Autofähre nach Ocracoke Island nehmen. Die Überfahrt dauert rund 1 Stunde und ist eine der schönsten Fährfahrten an der US-Ostküste. Während die Sonne langsam untergeht, gleiten wir über das ruhige Wasser des Pamlico Sound, sehen Pelikane, Fischerboote und Delfine.

Unser Tagesziel ist Ocracoke Island. Wir checken ein im The Castle on Silver Lake – ein charmantes B&B im viktorianischen Stil. Zum Abendessen geht’s ins Dajio, ein gemütliches Restaurant mit Seafood-Spezialitäten und einem wunderschönen Innenhof. So könnte jeder Abend enden.

Ocracoke ist ein Ort, an dem die Uhren noch etwas langsamer ticken. Kein Verkehr, kaum Touristen, dafür umso mehr Piratenflair. Blackbeard, der legendäre Pirat, hatte hier einst sein Versteck und ist heute immer noch allgegenwärtig. Besonders im Oktober beim jährlichen «Blackbeard’s Pirate Jamboree ».

Den ganzen nächsten Tag spazieren wir barfuss an endlosen Sandstränden entlang, die regelmässig zu den schönsten Stränden der USA gekürt werden. Besonders der Lifeguard Beach, nur wenige Fahrminuten vom Ortskern entfernt, begeistert mit weissem Sand, seichtem Wasser und einer fast meditativen Ruhe. Kein Hotelklotz weit und breit, dafür Pelikane am Horizont und Möwen über unseren Köpfen. Ob wir uns ins kühle Nass getraut haben, lassen wir mal offen 😉

Am nächsten Tag heisst es schon wieder Abschied nehmen. Wir frühstücken noch in der Ocracoke Coffee Company, einem lokalen Lieblingscafé mit hausgemachten Muffins, starken Espressi und einer gemütlichen Veranda – der perfekte Ort, um noch ein letztes Mal das Inselfeeling aufzusaugen.

Eine Fährfahrt die ist lustig

Gegen Mittag fahren wir dann zum Silver Lake Ferry Terminal, wo die grosse Fähre nach Cedar Island wartet. Die Überfahrt dauert rund 2,5 Stunden und ist eigentlich eine kleine Mini-Kreuzfahrt durch das ruhige, flache Gewässer des Pamlico Sound. Wichtig: Die Fähre nach Cedar Island ist kostenpflichtig, fährt zudem nur 2-3x täglich und muss vorab reserviert werden, besonders in der Hauptsaison.

Nach der Ankunft in Cedar Island geht’s auf dem Festland weiter in Richtung Süden, genauer gesagt nach Wilmington, dem nächsten Highlight auf unserer Ostküstenrundreise.

 

Unser Fazit nach 72 Stunden Outer Banks

Wilde Pferde, einsame Strände, ikonische Leuchttürme und fangfrische Fische – das ist OBX. Wer Natur, Geschichte und Entschleunigung sucht, ist hier genau richtig!

Weitere Informationen und Reisevorschläge für die Ostküste der USA finden Sie hier.

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