Reiseblog 72 Stunden in Québéc City
Reiseblog 72 Stunden in Québéc City
Québéc City, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist ein wahres Juwel. Mit ihrem europäischen Flair, der kopfsteingepflasterten, charmanten Altstadt und der beeindruckenden Lage am Sankt-Lorenz-Strom zieht die Stadt Reisende aus aller Welt an. Erfahre in diesem Blogbeitrag von Robin, was du in Québéc City während 72 Stunden alles erleben kannst. Wir geizen nicht mit Insider-Tipps, versprochen.
Von Zürich gibt es keine Direktflüge nach Québéc. Ich fliege deshalb zuerst nach Montréal und dann mit einem Inlandflug weiter nach Québéc und mit Québéc meine ich für den Rest des Blogs immer die Stadt – just to be clear! Wer zuerst noch ein bisschen in Montréal bleiben möchte, kann alternativ auch mit VIA Rail Canada nach Québéc weiterreisen. Die 3-stündige Fahrt ist kurzweilig und bietet wunderschöne Panoramablicke. Egal ob Flug oder Zug, Québéc ist auf alle Fälle jegliche Anreisemühen wert.

Ich würde ja gerne im Wahrzeichen von Québéc übernachten, dem Fairmont Chateau Le Frontenac. Die Aussicht von einem der Turmzimmer muss gigantisch sein. Aber leider entspricht dies grad nicht meiner Budgetklasse. Ich leiste mir aber trotzdem ein Hotel im historischen Stadtkern, damit ich in den nächsten Tagen das meiste zu Fuss erkunden kann. Auch diese Lage ist nicht ganz günstig, aber meiner Meinung nach jeden kanadischen Dollar wert.
Vieux Québéc
Nach dem Check-in unternehme ich einen ersten Spaziergang durch die von der UNESCO 1985 zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt von Québec. Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen sowie die historischen Gebäude machen den ganzen Charme dieser Stadt aus und ich fühle mich direkt ins 17. und 18. Jahrhundert zurückversetzt. Vieux-Québéc ist die am besten erhaltene Festungsstadt nördlich von Mexiko und das historische, sowie kulturelle Herz von Québéc.

Die Altstadt ist in eine Unter- und eine Oberstadt geteilt. Verbunden werden beide Teile durch steile Treppen und Gassen oder durch ein kultiges kleines Funiculair. Wer also ein paar Schritte und Höhenmeter sparen möchte, der nimmt, so wie ich, das Bähndli. Oben angekommen wartet bereits ein weiteres Highlight: Die Dufferin Terrasse mit einem herrlichen Panorama. Zu meiner linken erblicke ich das meistfotografierte Hotel der Welt, das Chateau Le Frontenac und zu meiner rechten den St. Lorenz Strom.
Keine Minute zu früh, schlendere ich zum Kiosk «Au 1884», wo meine einstündige Führung durch das Chateau Le Frontenac um Punkt 14.00 Uhr startet. Auf der Führung lerne ich viel über historische Ereignisse, die die Identität des Hotels im Laufe der Jahre geprägt haben, sowie die architektonische Entwicklung und den Verjüngungsprozess, den es in den letzten Jahren durchlaufen hat. Unser Guide verrät uns aber auch, welche berühmten Persönlichkeiten hier schon ein- und aus gegangen sind. Eine durch und durch gelungene einstündige Führung.
Dufferin Terrasse und Zitadelle

Im Anschluss schlendere ich noch ein bisschen der Dufferin Terrasse entlang, vorbei an der Glissage, wo man im Winter schlitteln kann und weiter bis ich einen ersten Blick auf die Citadelle de Québéc erhasche. Die Zitadelle, die aufgrund ihrer strategischen Lage auch als „Gibraltar Amerikas“ bezeichnet wird, hat die für die Vauban-Festungen charakteristische sternförmige Form. Auch hier erwartet mich wieder eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt und den St. Lorenz-Strom. Für die Zitadelle gäbe es auch geführte Touren, im Oktober sogar welche “by night”, aber ich entdecke den geschichtsträchtigen Ort lieber auf eigene Faust.

Errichtet auf dem höchsten natürlichen Punkt von Québéc City, dem Cap Diamant, spielte die Zitadelle eine wesentliche Rolle im Verteidigungssystem der Stadt. Ich besichtige historische Gebäude wie die Redoute du Cap Diamant, die Kasematte Ost und das ehemalige Militärgefängnis. Aber besonders angetan hat es mir das Musée Royal 22e Régiment.
Wenn Liebe durch den Magen geht
Ich als Geschichtsfan könnte hier wohl einen ganzen Tag verweilen, aber langsam aber sicher meldet sich mein Magen. Bereits von zu Hause aus habe ich einen Tisch im „Le Continental“, reserviert, einem Restaurant, das für seine klassische, französische Küche und sein elegantes Ambiente bekannt ist. Nun könnte man behaupten, ich bin eigentlich eher für die rustikale und einfache Küche bekannt. Aber hier im Le Continental gibt es eine Spezialität, die mich fasziniert: Ein flambiertes Chateaubriand, das direkt am Tisch zubereitet wird. Für mich der perfekte Abschluss eines gelungenen ersten Tages in Québéc.
Ab auf’s Bike

Den zweiten Tag starte ich mit einem gemütlichen Brunch. Danach schlendere ich erneut einwenig durch Vieux-Québéc. Auf meiner Liste stehen: Petit-Champlain die wohl bekannteste Fussgängerstrasse der Stadt mit lokalen Shops, Kunstgallerien und süssen, kleinen Bistros. Die Halsbrecher-Treppe, ja die heisst wirklich so. Und der Place Royal, dem offiziellen Gründungsort von Québec City.
Um meinen Füssen eine kleine Pause zu gönnen, miete ich für die Nachmittagsstunden in der Nähe meines Hotels ein Fahrrad. Damit erkunde ich erstmal die Region rund um Old Port. Der alte Hafen von Québec City erstreckt sich entlang des Sankt-Lorenz-Stroms und beherbergt einen Jachthafen, ein Kreuzfahrtterminal und – wie könnte es anders sein – viele malerische kleine Strässchen mit charmanten kleinen und grösseren Restaurants. Québéc hat gut ausgeschilderte Fahrradwege. Ich entscheide mich deshalb noch ein Stück auf dem “Corridor du Littoral et Parcours des Anses” zu fahren. Eine sichere und flache Route entlang des St. Lorenz-Stroms. Ich überquere sogar die Brücke von Québéc in Richtung Lévis, um vom anderen Ufer aus einen der schönsten Ausblicke auf Québéc City und das Château Frontenac zu geniessen. Für den Rückweg nehme ich dann aber die Fähre.
Nach dem sportlichen Nachmittag bietet sich ein gemütliches Abendessen in der Mikrobrauerei „La Korrigane“ geradezu an. Die im belebten Viertel Saint-Roch gelegene Brauerei, liegt nur 10 Autofahrminuten von der Altstadt entfernt und verdankt ihren guten Ruf dem Brauen von Qualitätsbier nach alter Tradition. Genau mein Ding. Ich probiere mich durch die Speise- und Getränkekarte und werde nicht enttäuscht.
Montmorency Wasserfälle

Tag 3 starte ich mit einem Croissant und Coffee-to-go. Denn auch heute steht wieder so einiges auf meinem Plan. Wiederum mit einem Taxi fahre ich ca. 12 Kilometer aus der Stadt. Die Montmorency Wasserfälle sind mit 83 Metern ganze 30 Meter höher als die Niagarafälle und ein absolutes Must-See für alle Québéc-Reisenden – Sommer und Winter!
Ich habe die Wahl zwischen “nur Schauen” oder “Schauen und ein bisschen Abenteuer”. Natürlich entscheide ich mich für Zweiteres. Vom Manoir Montmorency aus führt ein Weg am Rande der Klippen entlang bis zu einer Hängebrücke ganz oben an den Wasserfällen. Auf der Brücke angekommen, spürt man die überwältigende Kraft der Wassermassen aus nächster Nähe. Wagemutige können sich dann auf einer Zipline in die Tiefe stürzen. Das ist dir zu wild? Kein Problem. Auch eine Seilbahn führt dich bequem und gemächlich hoch auf eine Aussichtsplattform über den Fällen. Die Aussicht ist atemberaubend und spektakulär.
Shopping Paradies
Zurück in der Stadt zieht ein kurzer Regenschauer auf. Ich nutze die Gelegenheit einwenig durch die Shops der Rue Saint-Jean zu schlendern, eine der belebtesten Einkaufsstrassen der Stadt. Hier findest du so ziemlich alles, von Boutiquen mit lokalem Kunsthandwerk bis hin zu Delikatessengeschäften, mit Souvenirs für die Daheimgebliebenen. Besonders empfehlenswert: Produkte aus Ahornsirup.
Shoppen macht hungrig und so begebe ich mich gegen Abend auf eine ganz bestimmte Mission. Denn etwas, darf auch meiner Québéc-Reise natürlich nicht fehlen.
Mehr als nur ein Snack
Poutine ist mehr als nur ein Snack – es ist ein Symbol für die kulinarische Identität Québécs und ein absolutes „Muss“, wenn man die Region besucht. Das Gericht soll in den späten 1950er Jahren in einem kleinen ländlichen Restaurant in der Nähe von Québéc entstanden sein, als ein Gast darum bat, Käse zu seinen Pommes Frites hinzufügen zu dürfen. Poutine besteht heute typischerweise aus drei Hauptzutaten: knusprigen Pommes Frites, Cheese Curds und Gravy Sauce, die über die Pommes gegossen wird. Das Gericht mag auf den ersten Blick simpel erscheinen, aber seine Besonderheit liegt in der perfekten Kombination der Texturen und Aromen.
Obwohl anfangs eher belächelt, hat sich Poutine rasch in der Region verbreitet und wurde schliesslich zu einem festen Bestandteil der Québécer Küche. Heutzutage wird Poutine in fast jedem Restaurant in Québec serviert – von einfachen Imbissbuden bis hin zu gehobenen Restaurants, wo es oft in kreativen Varianten angeboten wird, z.B. mit zusätzlichen Zutaten wie Speck, Pulled Pork oder gar Foie Gras. Poutine ist so tief in der Québecer Kultur verankert, dass es fast schon als kulinarisches Nationalgericht gilt. Es repräsentiert die bodenständige und zugleich köstliche Küche der Region. Probieren geht über studieren 😉
A bientôt, Québéc!
Da ich morgen einen frühen Weiterflug habe, nehme ich noch einen kleinen Absacker in einer Bar in der Nähe des Place Royale und falle dann, nicht all zu spät, zufrieden und glücklich ins Bett.
Egal ob Geschichtsliebhaber, Naturliebhaber oder Feinschmecker – diese Stadt hat für jede/n etwas zu bieten und hat mein Herz im Sturm erobert. Für das nächste Mal nehme ich mir jedoch vor etwas länger zu bleiben und noch ein wenig ins Hinterland der Provinz Québéc zu fahren. Da warten mit dem Jacques‑Cartier National Park, Saguenay, Tadoussac und dem Lac Saint-Jean weitere Highlights.
Weitere Informationen und Reisevorschläge für Ostkanada finden Sie hier.
Copyright Bilder: Destination Québec Cité, Etienne Dionne, Jeff Frenette, Marion Desjardins, Mélanie Jean, Stefanie Manton Ward, go2travel
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