Reiseblog 72 Stunden in Calgary

Reiseblog 72 Stunden in Calgary

Unser go2travel Reiseblog: Von Olivia B. / Lesedauer: 3min

Calgary ist die perfekte Gateway-City für Reisen in die Rockies. Die meisten Touristen verbringen aber gerade mal 1 Nacht hier – der Ruf der Wildnis ist wohl zu stark. Doch die Stadt hat so einiges zu bieten, nicht nur während der Calgary Stampede und wird zu Unrecht etwas unterschätzt. Die grösste Stadt der Provinz Alberta verzaubert uns mit eitel Sonnenschein, viel Kunst & Kultur, einer Reise in die Vergangenheit und unglaublich gutem Essen.
72 Stunden in Calgary, here we go.

 

Eigentlich wäre ich ja gerne mit Edelweiss nach Calgary geflogen. Doch dafür bin ich ein paar Wochen zu spät, denn die saisonalen Direktflüge enden jeweils Mitte September. Als Alternative eignet sich die Verbindung via Toronto mit Air Canada, so dauert meine Reise halt 14 statt 10 Stunden. In der Premium Economy mit Extra-Beinfreiheit und einem Glas Wein ist das nur halb so schlimm 😉

Fairmont Palliser
Fairmont Palliser

Mein Hotel liegt nur 18 km vom Internationalen Flughafen entfernt, mitten in Downtown. Das Fairmont Palliser ist eine Ikone und seit über 100 Jahren eine feste Institution. Die Royal Suite, in der einst Queen Elisabeth II nächtigte, kann ich mir nicht leisten, aber das Fairmont Zimmer haut mich auch schon aus den Socken. Es ist bereits kurz vor 22.00 Uhr und das Bett ist zu verlockend, als dass ich mich noch ins Nachtleben stürzen würde. Vielleicht morgen.

Peace Bridge, Calgary
Peace Bridge

Calgary ist mit 2405 Sonnenstunden pro Jahr Kanadas sonnigste Stadt. Auch heute kann ich meinen Regenschirm getrost im Hotel lassen und packe stattdessen besser meine «50er» Sonnencreme ein, wir sind schliesslich auf über 1000 m. ü. M. Ich starte meine Citytrips jeweils gerne mit einer kurzen, halbtägigen geführten Walking-Tour. So auch hier. Die Tour von CalgaryWalks & Bus Tours dauert 2 Stunden und führt vom Municipal Plaza zur Peace Bridge und weiter bis zur Stephen Avenue. Diese ist das Herzstück der Stadt und ist tagsüber für Autos gesperrt. Hier säumen sich Restaurants, Bars, Museen und Shopping Malls. Perfekt für einen kleinen Lunch-Stopp nach der Tour. Meine Empfehlungen für alle Seafood-Fans: Die Shrimp-Rigatoni im Murrieta’s West Coast Bar & Grill.

 

 

Grüne Oase mitten in der Stadt

Nur einen Katzensprung von der Stephen’s Avenue entfernt, liegt das «The Core». Das grösste Shopping-Center der Stadt ist aber nicht nur wegen seiner Ladenvielfalt sondern auch aufgrund eines wunderschönen Indoor Gartens auf der obersten Etage ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Das Skylight Deck mit dem sogenannten Devonian Garden ist eine Oase der Ruhe und ein toller Kontrast zum lebendigen Shopping-Gewusel in den unteren Stockwerken.

Devonian Gardens © ROAM Creative
Devonian Gardens © ROAM Creative

Zum Shoppen habe ich heute leider keine Zeit, mein Zeitplan ist straff. Auch wenn der öffentliche Verkehr im Stadtzentrum von Calgary kostenlos ist, entscheide ich mich zu Fuss zum Fort Calgary, dem Geburtsort Calgarys, zu laufen. Nach etwa 20 Minuten erreiche ich die National Historic Site, welche wunderschön am Bow River liegt. Auf einem Rundgang mit Audioguide lerne ich viel über die Geschichte der Stadt und die indigene Bevölkerung. Hast du beispielsweise gewusst, dass Calgary 1875 von den sogenannten Mounties (North West Mounted Police) gegründet wurde? Die Stadt entstand also aus einem einfachen Polizeiposten.

 

 

 

Mutprobe auf dem Calgary Tower

Calgary Tower
Calgary Tower

Ich muss ein bisschen auf die Zeit achten, denn ich möchte an meinem ersten Tag unbedingt noch auf den Calgary Tower. Der Tower ist Calgarys höchstes Gebäude und bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt und die umliegende Landschaft sowie einen Glasboden auf 191 m.ü.M. Beim ersten Schritt war mir also schon ein bisschen mulmig. Besonders beeindruckend ist die Fernsicht während des Sonnenuntergangs, wenn die Stadt zuerst in goldiges Abendlicht getaucht wird und die Sonne langsam und fast schon ein bisschen kitschig hinter den Rocky Mountains verschwindet.

Im Anschluss lasse ich den Tag bei einem feinen Nachtessen gemütlich ausklingen. Calgary hat eine aufstrebende Food-Szene, die für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie etwas zu bieten hat. Ob Imbisswagen, uriges Pub, gehobene Gastronomie oder eine von über 40 lokalen Brauereien und Brennereien, hier findest du einfach alles. Mein Tipp: Das Kensington-Viertel. Mit dem Taxi erreichst du die gleichnamige Strasse auf der anderen Flussseite in gut 7min. Hier reit sich eine Bar an die andere und auch bei den Restaurants hast du die Qual der Wahl.

 

 

 

Auf Entdeckungstour im Studio Bell

National Music Centre © Colin Way
National Music Centre © Colin Way

Auch am zweiten Tag nehme ich mir wieder so einiges vor. Nach dem Frühstück im Hotel mache ich mich auf den Weg zum Studio Bell, dem nationalen Musikzentrum. Das Gebäude selbst ist ein architektonisches Meisterwerk und beherbergt ein faszinierendes Museum, das sich voll und ganz der Geschichte der kanadischen Musik widmet. Doch das Studio Bell ist nicht nur ein Ort für Musikliebhaber, sondern auch für Geschichtsinteressierte. Hier kannst du eine gigantische Sammlung an Musikinstrumenten bewundern. Von alten Grammophonen bis zu modernen Synthesizern findest du hier einfach alles. Ich bin vor allem wegen der interaktiven Ausstellung hier, in der man selbst Musik machen kann und der Canadian Music Hall of Fame. Denn wenn ich ehrlich bin, kannte ich bis zu diesem Tag nicht allzu viele kanadische Musiker/innen. Du?

 

 

Nervenkitzel und kulinarische Höhenflüge

Downhill Kart © Dave Holland
Downhill Kart © Dave Holland

Nach dem lehrreichen Vormittag ist nun wieder ein bisschen Outdoor-Action angesagt. Ich mache mich auf den Weg zum Olympic Park, der 1988 Austragungsort der Olympischen Winterspiele war. Der Park liegt etwas ausserhalb, ist aber schon von Weitem zu erkennen. Im «Winsport» gibt es zahlreiche Aktivitäten für Sportbegeisterte und Abenteuerlustige. Ich entscheide mich für eine Fahrt mit der Zipline, die mich mit (gefühlt) Überschall-Geschwindigkeit ab der Skisprungschanze über das Gelände sausen lässt. Nervenkitzel pur! Ziplining ist nicht so deins? Wie wärs dann mit einer rasanten Downhillfahrt im Kart? Die Winsport-Anlage ist ein wahres Paradies für Speed-Fanatiker – Sommer wie Winter.

Apropos Winter, kennst du die Geschichte rund um das jamaikanische Bobteam, welches 1988 in Calgary zum ersten Mal an olympischen Winterspielen teilnahm? Eine Nachbildung des Viererbobs steht heute vor der WinSport Day Lodge – ideal für ein Erinnerungsfoto.

Gegen Abend kehre ich wieder zurück in die Innenstadt. Für ein regionaltypisches Abendessen wurde mir die 17th Ave SW empfohlen. Hier kochen einige der besten Köche Calgarys und ich bin gespannt, was sie im «Model Milk» regionales auf den Teller zaubern. Zu den 7 Signature Foods Albertas zählen neben Bison- und Rindfleisch auch Saskatoon-Beeren, Raps, Red-Fife-Weizen, Wurzelgemüse und Honig. Was ich nicht wusste, die Region rund um Calgary ist sogar der 5. grösste Honigproduzent der Welt. Man sollte also zwingend immer ein bisschen Platz fürs Dessert freihalten.

 

Eine Zeitreise durch das Heritage Park Historical Village

Heritage Park © Roth and Ramberg
Heritage Park © Roth and Ramberg

An meinem letzten Tag besuche ich den «Ballenberg Kanadas». Das Heritage Park Historical Village, ist ein Freilichtmuseum, das die Geschichte der Region lebendig werden lässt. Das Museum erstreckt sich über 127 Hektar und zeigt authentische Gebäude und Exponate aus ganz unterschiedlichen Epochen. Ich sag’s ja, wie im Ballenberg.

Ich schlendere also gemütlich durch historische Strassen, vorbei an alten Geschäften und Werkstätten und drehe ein paar Runden auf einer nostalgischen Eisenbahn. Mein Highlight ist jedoch nicht die Bahnfahrt, sondern die Möglichkeit, in authentische Kleidung vergangener Jahrhunderte zu schlüpfen. Einmal im Leben ein Zeitreisender sein, das wollte ich schon immer.

Auf dem gleichen Gelände befindet sich auch das Gasoline Alley Museum. Dieses einzigartige Museum ist ein Paradies für Autoliebhaber und Nostalgiker. Hier kann man eine beeindruckende Sammlung an Vintage-Autos, Motorrädern und anderen fahrbaren Untersätzen bewundern. Das Gasoline Alley Museum zeigt auch, wie sich die Fortbewegung im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Es ist schon erstaunlich, wie sich Technologie und Design im Laufe der Zeit entwickelt haben.

 

These Cowboy Boots are made for walking

Alberta Boot Company © Jesse Elliott
Alberta Boot Company © Jesse Elliott

Ich könnte den ganzen Tag hier verbringen, aber heute Nachmittag möchte ich noch etwas Western-Luft schnuppern. Jedes Jahr im Juli dreht sich in der Stadt für zehn Tage alles um Cowboys, Rodeos, Chuckwagon-Rennen und Bühnenshows. Ein einmaliges Erlebnis. Wer, wie ich, nicht im Juli hier ist, muss aber nicht traurig sein. Es gibt ganzjährig diverse Möglichkeiten in die Welt der Cowboys eintauchen. Wie die meisten Frauen habe auch ich einen kleinen Schuhtick. Beim Betreten der Alberta Boot-Company, fühle ich mich also, als hätte jemand die Pforte zum Paradies geöffnet. Seit über 30 Jahren stellt die Alberta Boot Company schon Stiefel her. Zu ihren Kunden zählen Mitglieder des Königshauses, Filmstars, Sportler und seit heute auch ich.

Passend zum Thema und natürlich mit meinen neuen Boots an den Füssen, fahre ich für mein letztes Abendessen ca. 15min südlich. Kein Ort ist wohl so eng mit der Pioniergeschichte Albertas verbunden wie dieses Restaurant. Das Ranchman’s gilt als Stammlokal vieler Rodeo-Cowboys und ist gleichzeitig Calgarys kultigster Country-Nachtclub. Mehr als 90 Sättel berühmter Cowboys aus Kanada und der ganzen Welt sind hier ausgestellt und überall in den Räumen findet man Fotos und Sammlerstücke aus längst vergessener Zeit. Wer mutig genug ist, kann im Cookhouse einen Ritt auf einem mechanischen Bullen wagen oder am kostenlosen Linedance Tanzkurs teilnehmen. Ich passe und lausche lieber der Live-Musik während ich in den besten Smokehouse Burger beisse, den ich je gegessen habe.

Mit dieser legendären Nacht im Ranchman’s enden meine 72 Stunden in Calgary auch schon wieder. Die Stadt hat mich mit ihrer Vielfalt an kulturellen, historischen und unterhaltsamen Aktivitäten absolut begeistert und ist ja so viel mehr als nur Ausgangspunkt für Touren in die Rocky Mountains. Mit Pferdestärke aber leider nicht hoch zu Ross geht es für mich nun im Auto weiter Richtung Waterton Lakes Nationalpark. Dieser liegt, wie so viele UNESCO-Welterbestätten nur einen Katzensprung von Calgary entfernt. Es müssen also nicht immer nur die Rockies sein…

Weitere Informationen und Reisevorschläge für den Westen von Kanada finden Sie hier.

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